Komm zur Öffnungszeit (ca. 8 Uhr) oder am frühen Abend, wenn die Tagesbesucher sich verziehen — die Insel wirkt ohne die Massen völlig anders, und der Sonnenuntergang von der Südspitze gehört zu den schönsten auf Zakynthos.
Cameo Island — Eine Postkarte, in der man stehen kann
Manche Orte sehen fast zu perfekt aus, um real zu sein. Cameo Island — offiziell Agios Sostis — ist so ein Ort. Ein winziges, kieferbestandenes Inselchen vor der Küste der Vasilikos-Halbinsel, über einen Holzsteg erreichbar, der wie für Instagram entworfen wurde. Doch hinter dem Hype verbirgt sich echten Charme: eine kleine, wilde Insel mit klarem Wasser auf allen Seiten und einer Abgeschiedenheit vom Festland, die für etwas, das man in dreißig Sekunden erreicht, verblüffend vollständig ist.
Was dich erwartet
Die Insel selbst ist kompakt — in weniger als fünfzehn Minuten kann man sie umrunden. Was ihr an Größe fehlt, macht sie durch Atmosphäre wett. Kiefern lehnen sich über die Felsen und bieten echten Schatten (auf vielen Zakynthos-Stränden ein Luxus). Das Wasser rund um die Insel ist klar und von mehreren Punkten aus schwimmbar, mit felsigen Einstiegen statt des klassischen Sandstrands.
Der Holzsteg ist der offensichtliche Mittelpunkt — und ja, alle fotografieren ihn, und du auch, weil er genauso gut aussieht wie die Fotos. Dahinter hat die Insel eine kleine Bar mit Lounge, Liegestühle auf den südlichen Felsen und ein paar Stellen, wo man einfach mit baumelnden Beinen sitzen und dabei zusehen kann, wie sich das Ionische Meer bis zum Horizont erstreckt.
Die Südspitze der Insel bietet einen der offensten, ungehindertsten Ausblicke auf Zakynthos. An klaren Tagen sieht man bis zum Peloponnes. Bei Sonnenuntergang taucht das Licht alles in Bernstein, und die Silhouetten der Kiefern vor dem farbigen Himmel brauchen kein Filter.
Anreise
Cameo Island liegt in der Nähe des Dorfes Agios Sostis, etwa 16 km südlich von Zakynthos-Stadt. Folge der Hauptstraße Richtung Vasilikos und achte auf die Schilder nach Agios Sostis. Auf der Festlandseite gibt es einen Parkplatz, und der Holzsteg führt direkt zur Insel.
Eintritt: €2–3 pro Person (je nach Saison).
Einrichtungen
- Bar/Café: Tagsüber geöffnet, Cocktails und kalte Getränke
- Liegestühle: Zum Mieten auf den Felsplattformen
- Schwimmstellen: Felsige Einstiege rund um die Insel, Wasserschuhe empfohlen
- Toiletten: Vorhanden
- Parkplatz: Kostenlos auf der Festlandseite
Insider-Tipps
Der Steg sieht am besten von der Inselseite aus fotografiert aus — mit Blick zurück zum Festland. Überquere ihn, dreh dich um, und du verstehst, was ich meine.
Wasserschuhe werden dringend empfohlen — die Einstiege sind felsig und können stellenweise mit Algen rutschig sein. Das Schwimmen ist hervorragend, sobald man im Wasser ist.
Für das beste Erlebnis: Komm früh (8–9 Uhr) bei ruhigem Steg oder abends (nach 18 Uhr), wenn die Tagesbesucher verschwinden. Mittags zwischen Juni und August kann sich die Insel für ihre Größe erdrückend voll anfühlen.
Beste Reisezeit
Goldene Stunden: Früher Morgen für Ruhe, später Nachmittag/Abend für Sonnenuntergang.
Saison: Beste Erfahrung Mai–Juni und September–Oktober. Juli und August bis 11 Uhr überfüllt.
Touristensicht vs. Einheimischenperspektive
Cameo Island spaltet die Meinungen. Touristen lieben es — den Holzsteg, die Aussichten, die Romantik. Einheimische sind zurückhaltender: zu kuratiert, zu überlaufen, zu sehr eine Bühne in der Hochsaison. Viele werden dir ruhigere, ebenso schöne Orte auf der Halbinsel nennen. Sie haben Recht mit den Alternativen, unterschätzen aber Cameo. Ja, es ist beliebt. Beliebtheit ist, wenn das Zugrunde liegende wirklich so gut ist, keine Kritik.